portaZa: Fakten zur Entscheidungsfindung
Wofür steht "ATLAS-AES"?
AES = Automated Export System. ATLAS-AES ist ein neuer EU-weiter Standard für die europäische Zollabfertigung. Es soll die Ausfuhrformalitäten in Drittländer beschleunigen, den gesamten Vorgang bis zur Ausfuhrbestätigung vereinfachen und den damit verbundenen Workflow dauerhaft und nachvollziehbar dokumentieren.
Kostenloses Zoll-Internetportal, Vor- und Nachteile
Mit der Umstellung auf das elektronische Anmeldeverfahren bieten die Zollbehörden den Exporteuren selbstverständlich über http://www.ausfuhr.internetzollanmeldung.de eine Möglichkeit, die Anmeldung per Internet vorzunehmen. Einzige technische Voraussetzung hierfür ist ein Internetzugang und ein Internet-Browser. Die Nutzung des Zoll-Portals ist kostenfrei. Es steht Ihnen 7x24h zur Verfügung. Leider ist die Nutzung dieses Portals für den Anwender mit einigen unschönen Nebeneffekten verbunden:
- Das Portal ist nicht auf die Bedürfnisse der zum vereinfachten Verfahren zugelassenen Ausführer zugeschnitten. Das bedeutet, dass für eine Anmeldung eine Gestellungsfrist von mindestens 24 Stunden vorzusehen ist. Der Exporteur verliert deshalb die Vorteile, die er sich ggf. durch seinen Status als zugelassener Ausführer erworben hat.
- Das Zollportal "kennt" Ihr Unternehmen nicht als Mandant. Im Portal können deshalb keine Informationen zwischen- oder dauerhaft abgespeichert werden. In der Praxis bedeutet dies, dass alle Adress- (Absender und Empfänger) und Wareninformationen für jeden Vorgang erneut zu erfassen sind.
- Für die Erfassung- aller Vorgangsdaten steht dem Anwender ein Zeitfenster von zwanzig Minuten zur Verfügung. Nach Ablauf dieser Zeit werden alle Eingaben automatisch gelöscht (Timeout). Sollten die Arbeiten zum Vorgang zu diesem Zeitpunkt nicht abgeschlossen gewesen sein, muss der Anwender neu beginnen.
- Die elektronische Kommunikation beschränkt sich auf die eigentliche Zollanmeldung. Bei den daraus abgeleiteten Dokumenten, wie die Ausfuhrbegleitdokumente und die Ausfuhrbestätigung, verbleibt es bei der Papierform. Leider ist der Exporteur gezwungen, diese Dokumente beim Zollamt abzuholen oder per Post mit Freiumschlag zusenden zu lassen.
Welche Voraussetzungen für mein Unternehmen gibt es für den Einsatz des portaZa-Systems?
- Sie entscheiden sich, in welcher Form Sie das Meldeverfahren anwenden möchten. Sie können eine BIN (Beteiligten-Identifikations-Nummer) beantragen oder einfach via DEZKP (dezentralem Kommunikationspartner) ohne weitere Anträge teilnehmen.
- Als zugelassener Ausführer stellen Sie den Antrag 850 IT bei Ihrem Hauptzollamt. TIPP: Ziehen Sie die Ihnen für die Zulassung erteilte Bewilligung als Hilfsmittel heran. Nach Erteilung der Bewilligung können Sie unter Beibehaltung Ihrer Privilegien via DEZKP sofort an ATLAS teilnehmen.
Ab welchem Exportvolumen ist der Einsatz von portaZa zu empfehlen?
Sollten in Ihren Unternehmen mehr als fünf Exportvorgänge pro Monat anfallen, wird es sinnvoll, über einen Einsatz von partaZa nachzudenken. Bei einer großen Positionszahl pro Vorgang kann dieser Schwellwert auch niedriger liegen.
Besteht für die Einreichung von elektronischen Ausfuhranmeldungen eine Bindung an die Geschäftszeiten der Zollstelle?
Nein! Ab sofort können an sieben Tagen der Woche über 24 Stunden Ausfuhranmeldungen eingereicht werden. Die übermittelten Informationen werden umgehend einer automatischen Prüfung unterworfen. Eine Rückmeldung erhält der Absender in der Regel innerhalb weniger Minuten.
Wann kann mein Unternehmen die elektronische Ausfuhranmeldung über portaZa bzw. ATLAS-System nutzen?
Bereits seit Januar 2007 bietet der deutsche Zoll die Möglichkeit der elektronischen Ausfuhranmeldung.
Wann und wie kann der Sachbearbeiter sehen, dass die Lieferung das europäische Zollgebiet verlassen hat?
portaZa ermöglicht die Einrichtung eines rückwärtigen Kommunikationskanals. Über diesen werden Informationen des Zolls direkt im ERP- oder einem Dokumentenmanagementsystem hinterlegt, so beispielsweise auch der vom Zoll als PDF-Datei bereitgestellte Ausfuhrnachweis. Auf Wunsch können ergänzende Informations-Mails generiert werden, die die entsprechenden Dokumente als Anhang beinhalten.
Muss portaZa auf jedem Arbeitsplatz-Rechner installiert werden?
Die Installationsanforderungen sind davon abhängig, welche Komponenten des portaZa Workplace durch den Sachbearbeiter in welcher Systemumgebung genutzt werden sollen. Beschränken sich die Aufgaben des Mitarbeiter auf die Erstellung von Ausfuhrmeldungen und ist Ihr ERP-System WEB-basiert, so erhalten Sie eine WEB-Version des ERP-Connectors. Dieser wird dann automatisch von einem WEB-Server ausgeliefert. Eine gesonderte Installation entfällt in diesem Fall. Läuft Ihr ERP-System nicht im Browser, erhalten Sie auch eine Nicht-WEB-basierte Variante des ERP-Connectors. In diesem Fall wird ein explizites Setup auf jedem Arbeitsplatz notwendig. Die Komponenten für das Vorgangsmonitoring und die Formulargenerierung sind generell auf jedem vorgesehenen Arbeitsplatz per Setup zu installieren. Die Installation wir im Rahmen der Einrichtung und Konfiguration des portaZa-Systems vorgenommen.
Ist die Datenübertragung zum Zollamt sicher?
Ja! Die Informationsübertragung erfolgt über gesicherte/verschlüsselte Kommunikationskanäle.
Was bedeutet eigentlich portaZa?
portaZa ist ein Kunstwort und abgeleitet worden von "portal" und "Zollanmeldung".
